Samstag, 27 September 2014 20:40

Tamiya WW1 British Tankk Mk. IV Male

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Boxart Boxart Tamiya

Tamiya Bausatz Nr.30057

Das Original

Bestand:Mark IV.jpg

Bildquelle: Wikipedia, Paul Hermans

Die Welt taumelte in eine Krise

Als am 28. Juni 1914 der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand durch einen serbischen Nationalisten ermordet wurde, folgte die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien und führte die europäischen Mächte schnell in einen bewaffneten Konflikt. Deutschland erklärte am 1. August Russland und am 03. August Frankreich den Krieg. Die Verletzung der belgischen Neutralität brachte England in den Konflikt eirı. Der Plan von General Schlieffen zielte darauf ab, Frankreich schnell zu neutralisieren und einen Zwei-Fronten-Krieg im Westen und Osten zu vermeiden. Obgleich die Deutschen nahe an Paris herankamen, stoppte eine Alliierte Gegenoffensive am 06. September bei der Schlacht an der Marne den deutschen Vormarsch. Danach versuchten beide Seiten den Gegner zu umgehen und ihre Truppen an die Kanalküste vorstoßen zu lassen, das so genannte „Rennen zum Meer“. Das Ergebnis war ein weitgehend statischer Grabenkampf über Westeuropa. 

Der erste Panzer - ein neuer Schritt in der Kriegsführung.

Grabensysteme mit Maschinengewehren und Mörsern, welche es für die Soldaten zum Selbstmord machten, das Niemandsland zwischen den feindlichen Positionen zu durchqueren, wurden die Regel. Gepanzerte Autos gab es bereits, aber ihre Räder waren nicht für das wilde Terrain im Niemandsland geeignet. In Großbritannien schlug Major Ernest Swinton ein Fahrzeug mit Ketten vor. Er wurde inspiriert von der US Firma Holt und deren Kettenfahrzeuge. Die Entwicklung begann im März 1915. Der erste Prototyp „Little Willie“ wurde im September fertig und er war ein Meilenstein in der Entwicklung, welcher zum „Big Willie“ (auch unter dem Namen „Mother“ bekannt) führte, bei dem die Ketten den Rumpf umfassten. Die Ketten ermöglichten eine Lenkung durch ihre unterschiedlichen Drehzahlen der Abtriebe welche mit dem Motor über Ketten, Differentiale und Untersetztungsgetriebe verbunden waren. Offiziell als „Mark 1“ (Baureihe 1) bezeichnet, wurde der Panzer von der britischen Armee im Februar 1916 beauftragt.

Von Mark I zum Mark IV

Um den Mark I geheimzuhalten wurde er als (Wasser) Tank bezeichnet, ein Name der sich bis heute erhalten hat. Der Mark I mit seiner Rhombenform hatte eine Besatzung von acht Mann, bestehend aus einem Fahrer, einem Kommandanten/Bremser, vier Schützen und zwei Getriebebedienern. Der „männliche“ Typ hatte 57mm 6-Pfünder mit 40 Kaliberlängen in seitlichen Erkern, sowie einige Maschinengewehre. Die „weibliche“ Variante hatte nur Maschinengewehre. Der Mark I bewährte sich bei seiner ersten Aktion in der Schlacht von Flers-Courcelette am 15. September 1916. Es wurde klar, dass ein besseres Training der Besatzung notwendig war und dafür wurden die Mark II und Mark III Fahrzeuge in kleiner Stückzahl gebaut. Die Entwicklungsarbeit am Mark IV begann im Oktober 1916; die Produktion startete im März 1917. Er hatte verbesserte 8mm starke Panzerplatten und die 6-Pfünder an der „männlichen“ Version wurden auf eirıe Rohrlänge von 23 Kaliberlängen verkürzt. Damit wollte man Probleme der ursprünglich längeren Kanonenrohre vermeiden welche oft Hindernisse berührten oder im Boden steckten. Die Erker wurden eirıziehbar gestaltet um den Bahntransport zu erleichtern. Der Kraftstofftank wurde nach hinten verlegt und Auspuffrohre hinzugefügt. Insgesamt wurden 1220 Fahrzeuge gebaut.

Der Mark IV im Gefecht

Nach dem Einsatz bei der dritten Schlacht von Ypres unter sehr schlammigen Bedirıgungen wurden die Mark IV auf einem besser geeigneten Schlachtfeld bei der Schlacht von Cambrai verwendet. Am 20. November 1917 um 6:20 Uhr morgens, unter dem Schutz eines schrecklichen Trommelfeuers, gingen 381 Mark IV Panzer zusammen mit Infanterie vor. Sie überschritten die Gräben und durchbrachen die deutschen Linien über 8km an diesem Tag und 2,5 km am nächsten Tag. Obgleich diese Geländegewinne durch die deutschen Truppen wieder zurückgewonnen wurden, erwies die Schlacht bei Cambrai die Wirksamkeit von Panzern als Antwort gegen die Lähmung des Stellungskrieges. Ein deutscher Panzer wurde ebenfalls entwickelt, von der Abteilung 7 Verkehrswesen (A7V). Er kämpfte gegen die Mark IV am 24. April 1918 in der Schlacht bei Villers-Bretonneux im ersten Gefecht Panzer gegen Panzer. Ein einzelner Mark IV kämpfle gegen einen einsamen A7V und besiegte diesen nach einer Stunde. Der Mark IV hat einen Platz in der Geschichte als erstes Modell eines rhombenförmigen Panzers, welcher in größeren Stückzahlen gefertigt wurde. Er war ein wichtiger Bestandteil im letztlich erfolgreichen Kampf der Alliierten Armee.

Quelle: Tamiya Bauanleitung

Die Bauteile

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Eines vorneweg, mein Hauptinteresse im Modellbau ist dem Motorsport gewidmet. Ansonsten interessiert mich vor allem die Technik, beim Bau herauszufinden wie etwas im Original funktioniert. Hier ist es die Geschichte. Als ich die ersten Bilder eines Panzers in Rhombusform sah, fand ich es faszinierend zu erfahren wie so ein Gefährt funktioniert. Ich bin allerdings alles andere als ein Profi was Militärmodelle angeht, dafür gibt es genügend Kollegen. Somit kann ich auch nicht wie bei Autos jede Niete auf richtige Darstellung kommentieren. Dennoch ist ein Tamiya Bausatz eben ein Tamiya Bausatz und dieser ist der erste eines WWI Panzer der Japaner. Das hat ganz schön lange gedauert, sollte man meinen. Es ist naheliegend, dass Tamiya also den 100ten Jahrestag des Beginn vom ersten Weltkrieg zum Anlaß genommen hat einen der ersten Panzer auf den Markt zu bringen. Tamiya produzierte den ersten Panzer (Panther) schon 1961, welches der 2te Bausatz des jungen Unternehmens war. Hier schuf Tamiya dann auch gleich einen Meilenstein, nicht nur wegen der akuraten Detailtreue, sondern auch weil der heute weitverbeitete Maßstab 1:35 durch die Firma aus Shizuoka ersstmals gefertigt wurde. Die Geschichte dahinter klingt Simpel. Tamiya brachte Modelle heraus, die Motorisiert werden konnten. Die dafür benötigten Batterien veranlassten Tamiya dazu, die Aussenmaße des Modells so zu gestalten, das 2 Batterien platz fanden, wenn auch nur eine benötigt wurde.

Der vorliegende Bausatz aus dem Jahr 2014 greift nun genau das wieder auf. Dem Mark IV ist eine Motorisierung spendiert worden. Der kleine Elektromotor ist als Motor- Getriebeeinheit vorgefertigt, was man als Fan von ferngesteuerten Modellen fast schon Schade findet. In dieser "Exportversion" sind sogar 5 Figuren aus dem WWI dabei (Tamiya Bausatz Nr. 35339). Beim Blick in den prallgefüllten Karton kommt man aus dem staunen gar nicht mehr raus. 8 Spritzlinge, 3 Beutelchen mit Kleinteilen, eine 16-seitige Bauanleitung und ein Referenzblatt mit farbigen Fotos und Hintergundinformationen. Die Spritzlinge sind von einer gewohnt sehr guten Qualität, alle nötigen Details werden dargestellt. Ich werde aber nicht die Nieten nachzählen, so ein "Rivetcounter" bin ich dann doch nicht. Ich wette aber, die Tamiya Leute haben das gemacht! Ein Blick in die Bauanlietung zeigt was hier auf den Modellbauer zukommt. Eine Darstellung des Innenraums fällt der elektrischen Antriebseinheit zum Opfer. So beginnt der Bau auch mit dieser Einheit. Die Batteriehalterung wird mit Klettband befestigt (natürlich im Bausatz enthalten). Später kann der Geschützerker abgenommen und die Batteriehalterung durch die Öffnung herausgezogen werden. Im Abschnitt 15 geht es dann an die Befestigung der einzelnen Laufrollen, das wird sicher fummelig. Da sich diese Teile später alle bewegen werden die Achsen natürlich gefettet. Die Kanonen und Geschütze sind ebenfalls ausgelegt. Kommen wir zum Highlight, dem auffälligsten Merkmal des Panzers. Die Ketten, welche über den Panzer laufen, bestehen aus 174 einzelnen Gliedern. Diese sehr sauber gefertigten Teile sind extra in einem Beutel gepackt und werden einfach ineinander gesteckt. Ein nacharbeiten ist nicht erforderlich. Eine Zeichnung in der Bauanleitung in Originalgröße zeigt wie es auszusehen hat und welche "Sätze" man anfertigt. Einmal montiert können die Ketten mit Hilfe des Spannrades gespannt werden. Genial. Zum Schluß werden noch das Zugseil und der Bergebalken (mit Metallkette) angebracht. Respekt an Tamiya für diesen Bausatz!       

Weitere Informationen

  • Status Modell: Ideen sammeln
  • Tamiya Farben "XF": XF-10, XF-11, XF-12, XF-13, XF-55, XF-60, XF-85
  • Erhalten am: Samstag, 27 September 2014
Gelesen 926 mal Letzte Änderung am Montag, 18 Januar 2016 22:21

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